Liebe auf den ersten Blick

Es gibt fast nichts Schöneres im Leben: Vollkommen unerwartet passiert es, mitten im Leben, an der Kasse eines Supermarktes, irgendwo am Bahnhof oder in der U-Bahn, am Badesee oder im Wartezimmer eines Arztes. Und in Sekundenschnelle verändert sich das Leben – manchmal für immer. Man blickt in die Augen eines wildfremden Menschen und es ist um einen geschehen. Das hat nicht unbedingt etwas mit überragender Schönheit oder Eleganz dieses wildfremden Menschen zu tun. Ganz im Gegenteil. Es ist ein Moment, der jeder Logik und wissenschaftlichen Nachvollziehbarkeit entbehrt. Ein Moment, den man nicht versteht, aber umso mehr fühlt. Er gleicht der chemischen Wirkung zweier Elemente, die beim Erstkontakt zusammen explodieren, ein Feuerwerk an Lust und Leidenschaft entfachen, das auch bei größter Selbstdisziplin kaum zu stoppen ist. Wie ein überstarker Magnet zieht es die gesamte Aufmerksamkeit in nur noch eine Richtung. Man kann sich auf nichts mehr konzentrieren, man hat kein Interesse mehr an anderen Dingen und man kann und will an nichts anderes mehr denken. Man hat das Gefühl, füreinander bestimmt zu sein, seine(n) Partner(in) gefunden zu haben.

Paolo Coelho meinte dazu: „Wenn zwei Menschen sich begegnen, die füreinander bestimmt sind, dann ist keine Eile geboten, weil das Unausweichliche sowieso geschieht.“ Ob aus der Liebe auf den ersten Blick langfristig etwas wird und in welche Richtung „das Unausweichliche“ geht, kann man natürlich nicht vorhersagen. Schon gar nicht garantieren.

o wunderbar die Erfahrung auch sein mag – man sollte Eines nicht vergessen: Nun ist es besonders wichtig, nicht nur Augen und Ohren, sondern alle Sinne offen zu halten, denn gerade am Anfang jeder Beziehung offenbaren sich Charaktereigenschaften des anderen, die sich eventuell später zu einem Riesenproblem auswachsen können. Und gerade am Anfang, wenn man sozusagen blind vor Liebe ist, neigt man dazu, alles auch nur ansatzweise Negative zu verdrängen. Dabei könnte man gerade jetzt aus kleinen Bemerkungen, Gesten oder Verhaltensweisen so viel Information über den Partner ziehen. Wenn er oder sie zum Beispiel beim ersten Date im Café über ein schreiendes Baby am Nachbartisch lästert („Kindergeschrei kann ich überhaupt nicht ertragen!“), wenn er als erster durch die Schwingtür rast und gar nicht wahrnimmt, dass sie die Tür auf die Nase bekommt oder wenn sie ihn die ganze Zeit unterbricht und nicht ausreden lässt.

Was einem so alles „auf den ersten Blick“ auffällt, ist von großer Bedeutung. Und auch hier gilt wieder: Erst einmal nach innen fragen, bevor es zu spät ist. Warum ist gerade dieser Mensch für mich so attraktiv? Was (außer der Kraft der Hormone) macht gerade sie/ihn für mich so anziehend? Tut sie/er mir wirklich gut?

All diese Fragen sind wichtig, wenn man dabei ist, sich zu verlieben. Denn ganz am Anfang kann man gegebenenfalls noch schnell die Reißleine ziehen, bevor man irgendwann rettungslos verloren ist.

Eifersucht

Leider stimmt der alte Spruch wirklich: „Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft.“ Auf jeden Fall ist sie ein Gefühl, das sich bestens dazu eignet, seine innersten Ängste auf den Partner zu projizieren. Natürlich hat Eifersucht meistens einen aktuellen Grund bzw. Auslöser. Und natürlich tut es wahnsinnig weh, wenn man plötzlich entdeckt, dass der Partner sich für jemand anderen interessiert. Oder gar, dass man betrogen wird. Da können dann neben der Eifersucht auch noch andere unschöne Gefühle aufwallen: Trauer, Wut, Verzweiflung bis hin zu Mordgelüsten.

Doch bei manchen Menschen ist Eifersucht ein Grundgefühl, dessen Ursprung in der Kindheit liegt und das durch bestimmte Auslöser immer wieder getriggert werden kann. Darum ist es auch so schwer zu ertragen. Fühlt man sich doch in dieselbe Situation in der Kindheit zurückversetzt, in der man (meist auf ein Geschwister) rasend eifersüchtig war oder in Momenten größter seelischer Not ungerecht und kaltherzig abgewiesen wurde. Und es war niemand da, der sich um einen kümmerte, der einen tröstete. Die verletzten Gefühle, die uns bei solchen Erfahrungen übermannten, sind irgendwo ganz tief in uns abgespeichert. Darum erinnert man sich meist auch nicht bewusst an die betreffende(n) Situation(en) in ferner Vergangenheit. Und normalerweise klappt es ja auch wunderbar: Solange man nichts mit dem Thema zu tun hat, weil man zum Beispiel gerade keine Beziehung hat, muss man sich seine Verletzlichkeiten auch nicht anschauen. Es ist fast so, als hätte man keine. Doch die Seele vergisst nichts. Und sobald ein „geeigneter“ Auslöser die Harmonie ins Wanken bringt, können genau die Gefühle hochkommen, die man so erfolgreich in den Keller verbannt hatte.

Bei Problemen in einer Beziehung hilft immer, zuerst einmal nach innen zu schauen und zu versuchen, die eigenen Verletzungen aufzuspüren. Versuchen zu verstehen, warum man an diesem oder jenem Punkt so empfindlich reagiert, bevor man die gesamte Schuld und Verantwortung seinem Partner anlastet. Sonst wird die Beziehung leicht zu einem Kriegsschauplatz, es wird gebrüllt und gezetert und man kommt keinen Schritt weiter.

Auf der praktischen Ebene helfen vor allem klare Abmachungen. Dabei gibt es keine allgemein gültigen Verhaltensregeln, sondern jedes Paar muss seinen individuellen Kompromiss finden. Es gibt Pärchen, die eine offene Beziehung leben und Liebesabenteuer mit Dritten zulassen. Manche erzählen sich sogar ihre jeweiligen Erlebnisse und verstehen sich trotzdem als d a s Liebespärchen, das durch nichts und niemanden auseinander gebracht werden kann. Andere lassen Affären mit Dritten zu, möchten aber von den Abenteuern des Partners nichts wissen. In den meisten der Fälle gehen die Abmachungen eines Paares jedoch in Richtung gegenseitige Treue. Zugelassen wird allerhöchstens, dass man sich draußen Appetit holen darf – „ABER GEGESSEN WIRD ZUHAUSE!!!“

Hier die Worte von Honoré de Balzac aus dem 19. Jahrhundert: „Eifersucht ist wie Salz: ein bisschen davon würzt den Braten, aber zuviel macht ihn völlig ungenießbar.“ Oder andersrum gedacht: Wenn gar kein Salz am Braten ist, schmeckt er auch nicht. Ein wenig Eifersucht hilft auf jeden Fall, das Feuer der Liebe am Leben zu halten.

Liebe am Arbeitsplatz

„Geht gar nicht!“ vs. „Warum nicht?“

In Versuchung ist wahrscheinlich jeder schon einmal gekommen. Oder zumindest in die Nähe der Versuchung. Aber empfiehlt es sich wirklich, aus einem harmlosen Flirt am Arbeitsplatz mehr werden zu lassen?

So lange man nicht selbst betroffen ist, neigt man erfahrungsgemäß eher zu der Position „Geht gar nicht!“. Und es gibt tatsächlich ein paar handfeste Argumente, die schwer zu widerlegen sind:

Affären am Arbeitsplatz schüren Neid und Eifersucht. Besonders Frauen reagieren oft mit Stutenbissigkeit oder fiesen Mobbingattacken, wenn eine andere Frau Erfolg hat. Oft wird dann vermutet, dass sie aus der Affäre mit einem Kollegen oder gar dem Chef auch noch andere Vorteile zieht. Damit souverän umzugehen, ist alles andere als leicht. Und wie soll man erst damit umgehen, wenn es nur ein kurzes Strohfeuer war, das nach ein paar privaten Treffen schon wieder verglüht ist? Wie die Schadenfreude der Kolleginnen und Kollegen n i c h t an sich ‘rankommen lassen und so tun müssen, als wäre nichts gewesen?

Doch leider hilft einem beim Thema „Liebe am Arbeitsplatz“ der Verstand herzlich wenig. Wir sind alle Menschen und vieles passiert, ohne dass wir es geplant hätten. Was tun, wenn einen die Gefühle übermannen und die STOP-Taste außer Betrieb gesetzt ist? Nichts ist aufregender als verbotene Liebe. Und so ein junger, smarter, gutaussehender Bürohengst bietet sich als wunderbare Projektionsfigur für geheime Liebessehnsüchte an. Wenn frau z.B. abends mit ihrem Freund oder Mann auf dem Sofa vorm Fernseher sitzt und er sich nörgelnd durch die Programme zappt, schon stundenlang nicht mehr in ihre Richtung geschaut oder in irgendeiner Weise mit ihr kommuniziert hat, da könnte es passieren, dass ihr der junge smarte Kollege in den Sinn kommt. Das geht natürlich auch umgekehrt: Die hübsche Sekretärin, die immer gut aussieht, immer gute Laune und immer den richtigen Spruch auf den Lippen hat, wirkt auf jeden Fall noch viel attraktiver, wenn es zuhause nicht mehr so richtig läuft.

Daher gibt es genauso viele Argumente für den Standpunkt „Warum nicht?“: Wo soll man denn jemanden kennenlernen, wenn man den ganzen Tag arbeitet? Am gemeinsamen Arbeitsplatz ist auf jeden Fall schon mal eine Grundvertrautheit gegeben und man hat automatisch viele Gemeinsamkeiten und Gesprächsthemen. Dagegen sind Partnersuche per Online-Partnerschaftsbörsen oder Blind-Dates immer auch mit einem Risiko verbunden. Außerdem motiviert eine Affäre am Arbeitsplatz ungemein. Der größte Stress perlt an einem ab, man macht gerne und freiwillig Überstunden und bleibt dabei immer gut gelaunt.

Um dieses Feeling nicht kaputtzumachen und Neidern keine Chance zu geben, empfiehlt es sich allerdings, nicht gar zu dick aufzutragen. Man muss ja nicht gleich übertreiben und den Kollegen eine Liebesperformance vorführen. Es geht auch dezent. Man sollte versuchen, den Schwerpunkt der neuen Beziehung aufs Privatleben zu verlagern und sich im Büro etwas zurückzunehmen. Dann steigen auch die Chancen, dass die Kollegen und Kolleginnen sich zurückhalten und die Beziehung mit der Zeit akzeptieren.

Neue Liebe nach einer langen Beziehung?

Die meisten Menschen haben nach einer langen Beziehung erst einmal die Nase voll. Das Herz ist gebrochen und man ist plötzlich gezwungen, sich als Single vollkommen neu im Leben zu definieren. Das kann sich anfühlen wie ein Neuanfang nach einer Naturkatastrophe: Man hat das Gefühl, alles verloren zu haben und niemand sagt einem, wie man am besten darüber hinwegkommt.

Manche ziehen sich nach einer Trennung zurück und haben überhaupt keinen Bedarf an Zweisamkeit. Beziehungsweise können sich eine neue Beziehung noch nicht einmal vorstellen, weil ja quasi alle Liebes-Rezeptoren noch vom letzten Beziehungspartner besetzt sind. Egal, wen man möglicherweise kennenlernt und wer sich möglicherweise für einen interessiert – es ist alles nicht der e i n e Partner, mit dem wir zusammen waren und den wir als Maßstab für alle zukünftigen Partnerschaften ansetzen. So negativ die Beziehung auch gewesen sein mag – aber man hängt oft an dem, was man gewohnt ist, als gäbe es nichts anderes auf der Welt.

Bei vielen ist es aber genau umgekehrt, und sie ergreifen nach der Beendigung einer langjährigen Beziehung jede sich bietende Chance, um sich zu vergnügen, jemanden an ihrer Seite zu haben und möglichst nicht über die Trennung nachdenken zu müssen. Und vor allem auch, um den Schmerz und den Liebeskummer nicht fühlen zu müssen.

Regeln, wie man es richtig machen sollte, gibt es auch hier nicht. Aber Beispiele, wie Menschen sich nach einer langen Beziehung verhalten haben, gibt es so viele wie Sand am Meer. Von Fällen, die nach einer Trennung nie mehr eine andere Beziehung hatten und für den Rest ihres Lebens allein blieben, bis hin zu der Geschichte, wo jemand kurz nach Ende der Beziehung die Liebe seines Lebens kennenlernte, heiratete und glücklich wurde.

Jeder Mensch ist anders und jede Beziehung ist anders. Am besten ist man wohl beraten, wenn man auf seinen Instinkt hört. Wenn man sich genau so verhält, wie man es von innen heraus spürt. Vielleicht ist für den einen Party und Abfeiern die richtige Therapie, für den anderen erst einmal ein Urlaub allein in den Bergen. Ob man gleich wieder in eine neue Beziehung hineinstolpert oder erst einmal eine lange Pause einlegt – jeder sollte für sich wissen, was ihm gut tut.

Es gibt eigentlich nur eine Sache, auf die man unbedingt achten sollte: Dass man sich nicht gleich wieder das selbe Beziehungsmuster sucht, das man ja eigentlich gerade beendet hat. Es gibt tatsächlich Frauen, die laufen wie ferngesteuert dem nächsten Typen in die Arme, der sie genau wie der letzte wieder betrügt und schlecht behandelt. Und genauso rasen auch Männer oft blindlings wieder in die selben Beziehungsstrukturen, unter denen sie doch so gelitten hatten.

Aldous Huxley formulierte es einmal so: Erfahrung ist nicht das, was einem zustößt. Erfahrung ist das, was man aus dem macht, was einem zustößt. Mit anderen Worten: Nicht eine gescheiterte Beziehung macht uns um eine Erfahrung reifer, sondern die Art und Weise, wie wir damit umgehen und was wir daraus lernen.

Streit

In jeder Beziehung kommt es ab und zu zum Streit. Und das ist auch gut so, denn ein handfester Streit kann wie ein klärendes Gewitter sein: Wenn sich zu viel Spannung aufgebaut hat, muss sie sich entladen. Dann blitzt und donnert es solange, bis die Luft rein ist und die Sonne wieder scheinen kann. Darum heißt es auch in einem Sprichwort: „Zwist unter Liebesleuten hat nicht viel zu bedeuten“.

Doch was, wenn aus dem „ab und zu“ „die ganze Zeit“ wird, und die Sonne gar nicht mehr scheinen will? Bevor der Streit zum Dauerzustand wird und man sich gegenseitig immer wieder mit denselben Vorwürfen bombardiert, empfiehlt es sich, bewusst eine kleine Auszeit zu suchen und ein bisschen tiefer nachzudenken. Da kann ein Wellness-Wochenende in den Alpen hilfreich sein, ein Abend mit einem Menschen, der gut zuhören kann, ein Tag am See oder ein Spaziergang ganz alleine im Wald. Wichtig ist, dass man ‚rauskommt aus dem gewohnten Ambiente, um sich einmal ganz den wesentlichen Fragen zu widmen. Was läuft schief in meiner Beziehung? Was ist es, das mich am anderen so wahnsinnig aufregt? Warum ändert sie/er sich nicht und warum kann ich nicht aufhören, sie/ihn ändern zu wollen? Ist da wohlmöglich eine Seite in mir, die ich vielleicht (noch) nicht sehen kann? Liegt da etwa ein Nerv offen, der schon bei der leisesten Berührung zu schmerzen beginnt? Und wenn – warum?

Es gibt Menschen, die brauchen Streit als sexuellen Stimulus. Ohne Streit keine Lust. Doch meistens ist es genau umgekehrt: Streit tötet Lust. Wie auch immer – man sollte auf alle Fälle immer darauf achten, den Partner beim Streiten nicht zu verletzen. Und es gibt Möglichkeiten, seinen Frust zu formulieren ohne den anderen zu beleidigen. Anstatt zu zum Beispiel den anderen anzuschreien und mit IMMER- oder NIE-Sätzen in der Rolle des Bösewichts festzunageln, ist es besser, von den eigenen Gefühlen zu sprechen. Denn um die geht es ja, wenn man sich ärgert. Also nicht: „Du kommst IMMER zu spät!“ oder „Du bist NIE pünktlich!“, sondern lieber: „Weißt Du, ich fühle mich wirklich verarscht, wenn ich so lange auf Dich warten muss.“ Oder einfach mal eine andere, positive Variante ausprobieren wie z.B.: „Gehst Du bitte Einkaufen? Danke!“ und nicht: „IMMER muss ich einkaufen gehen!“

Manchmal steckt man allerdings so sehr im Schlamassel, dass man gar nichts mehr sieht und überhaupt nicht mehr klar denken kann. Gottseidank gibt es für solche Fälle professionelle Hilfe. Und natürlich kann es auch einfach passieren, dass man an einem Punkt angekommen ist, ab dem man nicht mehr zusammen leben will und kann. Zu unterschiedlich sind die Welten, zu groß die Kluft, die sie trennt. Manchmal ist es auch für einen der beiden einfach der falsche Zeitpunkt, oder man stellt erst nach einer Weile fest, dass man den anderen nicht „riechen“ kann. Und manchmal soll es eben einfach nicht sein.

Die Kunst besteht darin, herauszufinden, ob ein gemeinsamer Weg möglich ist oder nicht. Wenn nicht, war es immerhin eine Erfahrung, aus der man hoffentlich so viel gelernt hat, dass man sie nicht gleich wieder mit der oder dem Nächsten wiederholen muss.

Und, zu guter Letzt ein kleiner Trost: Andere Mütter haben auch schöne Töchter/Söhne!

Zusammenziehen oder lieber doch nicht?

Wenn eine Beziehung gut läuft, stellt sich meist irgendwann automatisch die Frage, ob man zusammenziehen soll oder nicht. Darum lohnt es sich, Vor- und Nachteile sorgfältig gegeneinander abzuwägen, bevor man sein Appartement kündigt und mit Freund/in zusammenzieht. Denn die Entscheidung für das Leben unter einem gemeinsamen Dach kann in den Himmel oder auch die Hölle führen.

Man weiß nicht, was es bedeutet, bevor man es nicht selbst erlebt hat: Ab dem Moment, an dem man zusammenwohnt, ist es nichts Besonderes mehr, sich zu sehen. Es wird zum Alltag und man strengt sich nicht mehr so sehr für den Partner an. Sie/er ist ja sowieso (fast) immer da. Oftmals schleicht sich auch Langeweile ein, und der Kick wird außerhalb der Beziehung gesucht. Dinge beginnen, einen zu nerven, die man bis dato noch nicht einmal wahrgenommen hatte. Manchmal ist es tatsächlich die berühmte Zahnpastatube, die ein Zusammenleben scheitern lässt. Sie/er rollt sie anders auf als man es gewohnt ist, oder, noch schlimmer: gar nicht! Lässt sie nach Gebrauch auch noch offen liegen, wohlmöglich auf dem Badezimmerboden. „Und es passiert immer und immer wieder, obwohl ich es ihr/ihm schon hunderttausend Mal gesagt habe!“ Solche scheinbaren Kleinigkeiten können zum Auslöser eines riesigen Dramas werden, bei dem man sich oft gegenseitig für Eigenschaften, Schwächen oder Probleme beschuldigt, die man selbst (offen oder versteckt) in sich trägt.

Es ist generell eine Herausforderung, zusammen zu leben, aber es ist nochmal eine andere Nummer, in einer Beziehung zusammen zu leben. Denn hier geht es ja nicht nur um sich verstehen und den Alltag einigermaßen zu meistern, hier geht es um eine Vielzahl von Bedürfnissen und Ansprüchen, die alle vom Beziehungspartner erfüllt werden müssen. Unbewusst werden oft Dramen inszeniert, die in der Kindheit entstanden und noch nicht gelöst sind. Denn unser Beziehungspartner spiegelt ganz direkt unser Innerstes wider, auch wenn es manchmal ein ganzes Leben lang dauert, bis man sich im Spiegel des anderen erkennt. Franz Grillparzer hat es einmal sehr schön formuliert: „Ich suchte Dich und habe mich gefunden“.

Es kommt immer auf das WIE an. Wenn man eine schöne Balance findet zwischen Zeit zusammen verbringen und auch mal alleine etwas unternehmen, kann das Zusammenleben sehr bereichernd sein und manchmal sogar ein Leben lang funktionieren. Doch feste Regeln gibt es hier nicht. Die Liebe spricht ihre eigene Sprache.

Eine Beziehung zwischen zwei Menschen ist etwas sehr Kostbares. Man sollte sie hegen und pflegen und niemals als etwas Selbstverständliches ansehen. Dies gilt besonders dann, wenn man zusammen lebt.

Um nicht ganz unvorbereitet ins kalte Wasser zu springen, kann man es mit dem Zusammenleben ja erst einmal für ein paar Tage versuchen. Ab und zu ein Wochenende oder gar mal eine Woche lang. So kann man ein bisschen üben und sich dem wirklichen Zusammenleben schrittweise annähern. Auch im Urlaub lernt man sich ganz anders kennen, als wenn man sich nur sporadisch sieht und ab und zu eine Nacht miteinander verbringt. Auf einer gemeinsamen Reise ist man Tag und Nacht zusammen und erlebt den Partner in den verschiedensten, manchmal vollkommen unerwarteten Situationen. Und: bei Krisen im Urlaub gibt es nicht so einfach Rückzugsmöglichkeiten wie zu Hause. Man ist gezwungen, sich mit dem Partner auseinanderzusetzen und bis zum offiziellen Rückflug zusammenzubleiben. Ein Urlaub ist wie eine Probe fürs „richtige Leben“: Wenn es gut läuft und man den Urlaub gemeinsam genießen kann, ist das zwar auch keine Garantie, aber doch die beste Voraussetzung dafür, dass man auch beim Zusammenleben eine Form findet, die beide Partner glücklich macht.

Besser allein als schlecht begleitet?

Wer ist schon gerne Single? Okay, es gibt tatsächlich einen Vorteil: Man ist frei. Man kann hingehen, wohin man will, essen, was und wann man will, die Filme anschauen, die einem gefallen und niemand sitzt daneben, meckert und versaut einem den Abend. Man wird nicht kontrolliert, niemand ist eifersüchtig, niemand hat schlechte Laune. Doch auf Dauer – ist es wirklich so schön, immer frei zu sein? Es gibt ja das Sprichwort: Besser allein als schlecht begleitet. Aber immer allein? Die ganze Zeit???

Es ist ein ganz natürliches menschliches Verlangen, eine Partnerin bzw. einen Partner zu suchen. Und glücklicherweise muss man ja heute nicht mehr unbedingt heiraten. Man muss auch nicht für den Rest des Lebens zusammen in einem Ehebett liegen und dem anderen beim Schnarchen zuhören. Es gibt sehr viele Möglichkeiten, eine Partnerschaft zu leben. Manche Paare ziehen es vor, nicht zusammen zu wohnen. Dann kann man sich gegenseitig besuchen, egal ob man in verschiedenen Wohnungen oder Städten lebt, und jeder Besuch ist etwas Besonderes. Manche Paare leben sehr weit voneinander entfernt, etwa in einem anderen Land oder Kontinent, und können über Wochen und Monate nur digital miteinander kommunizieren. Why not?

Wichtig ist einzig und alleine, dass sich beide wohlfühlen in ihrer Partnerschaft. Dann kommt das Gefühl, schlecht begleitet zu sein, auch gar nicht erst auf.

Gratis eBook für Frauen

Auch Frauen flirten gerne. Und heute können Frauen ihre Gefühle genauso zeigen, wie Männer es immer schon getan haben. Diese Gefühle sollten sie auch ganz offen zeigen. Kleiner Tipp am Rande: dabei immer gechillt bleiben, nicht zu dick auftragen, sondern es eher locker angehen lassen. Flirten ist ein Spiel und sollte Spass machen.

In diesem eBook zeigen wir, wie es am besten geht. Erhalte jetzt die neusten Erkenntnisse – und zwar KOSTENLOS!

Gratis eBook – Die wichtigsten Tipps für Erfolg beim Flirten

 

Glück in der Liebe – Pech im Spiel

Oder umgekehrt: Wer Glück im Spiel hat, hat Pech in der Liebe. Diese Verknüpfung hält sich hartnäckig. Und nicht nur in Deutsch, auch die Engländer kennen dieses Sprichwort: Lucky at cards – unlucky in love.

Ist das nun wirklich so? Und wenn ja, warum? Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Es gibt Vermutungen darüber, dass es sich um die nicht ganz richtige Übersetzung eines alten spanischen Sprichwortes handelt, dessen sinngemäße Aussage war: Wer sein Glück im Spiel sucht, wird kein Glück in der Partnerschaft haben. Bzw.: Wer immer in Spielcasinos ‚rumhängt und sein Geld verzockt, wird in der Liebe sicher keinen großen Erfolg haben. Oder auch: Der Spielsüchtige wird sich um Haus und Hof bringen.

Ja, es gibt Leute, die haben Glück im Spiel. Aber haben sie deshalb automatisch Pech in der Liebe? Nein, ganz sicher nicht! Man sollte sich frei machen von solcher Art Programmierungen, weil sie einen nur einschränken. Das Leben hat so viele Überraschungen auf Lager, und wenn man an sich glaubt und positiv an etwas herangeht, hat man die besten Chancen auf Glück – sowohl im Spiel als auch in der Liebe.

Treue – ein heikles Thema

Für Treue gibt es keine festgeschriebenen Regeln. Dafür aber umso mehr Wünsche, Erwartungen und Ansprüche. Natürlich wird niemand gerne betrogen. Auf der anderen Seite hat jeder Mensch auch schon mal ein oder auch mehrere Fremdgeh-Erlebnisse gehabt, und sei es nur in der Fantasie.

Treue, bis dass der Tod Euch scheidet – ist das wirklich so erstrebenswert? Kleben wir nicht alle in unseren Vorstellungen an der happy end-Schlusseinstellung eines jeden alten Hollywood-Liebesfilms, in der die Liebenden sich nun endlich gefunden haben und in einem innigen Kuss für immer und ewig miteinander verschmelzen? Was eventuell nach diesem innigen Kuss kommen könnte, wird in Hollywoodfilmen nicht gezeigt. Um Gottes willen – nein!!! Für alle Zeiten werden diese Frau und dieser Mann sich innig küssen, wahnsinnig lieben, nie streiten, sich immer schön und attraktiv finden und ihre Krisen – wenn es überhaupt welche geben sollte – supergut meistern. Und genauso denken auch wir. Eine Beziehung muss alles bieten: emotionale Heimat, Stabilität und sexuelle Erfüllung. Und zwar für immer!

Dieser berühmte Leinwand-Kuss mit allem, was er impliziert, hat sich tief in die Seele unserer westlichen Kultur eingeprägt. Er besiegelt grenzenlose Liebe, bedingungslose Treue und ewigen Beistand. Leider hat dies mit der Realität so gut wie gar nichts zu tun. Im wirklichen Leben geht es nicht immer so schön problemlos dahin, es gibt Umwege, Irrwege und Stolpersteine, es gibt handfesten Beziehungskrisen, Trennungen auf Zeit, Versuchungen und Verführungen überall. Und Christian Morgenstern hatte recht, wenn er meinte: Wer sich selbst treu bleiben will, kann nicht immer anderen treu bleiben.

Dies soll aber nun kein Plädoyer für Untreue werden. Im Gegenteil: Treue ist etwas Wunderschönes, solange sie aus freiem Willen geschieht. Oder, wie ein chinesisches Sprichwort sagt: Wenn Treue Spaß macht, dann ist es Liebe. Genau das ist der Punkt. Was aber, wenn Treue nicht mehr Spaß macht?

In unserer heutigen Zeit greifen viele alte Modelle nicht mehr. Das gilt auch für das

Zusammenleben von Mann und Frau. Das Modell der Ehetreue stammt aus Zeiten, in denen die Frau noch keine Möglichkeit hatte, sich selbst und eventuell auch noch Kinder zu ernähren. Zumindest nach außen wahrte man den Schein einer glücklichen Ehe und spielte sich Treue vor. Die gute Nachricht: Heute hat man die Möglichkeit, die für einen am besten passende Form zu wählen und muss sich nicht mehr allgemein gültigen Normen unterordnen.

Es gibt so viele verschiedene Formen, eine Beziehung zu leben, wie es Menschen gibt. Es gibt Pärchen, die immer zusammen und ein Leben lang miteinander glücklich sind. Es gibt aber auch andere Paare, die sich nicht weniger lieben, aber gegenseitig genügend Freiraum lassen für eigene Erlebnisse. Oder Paare, die aus beruflichen Gründen wenig Zeit miteinander verbringen können und sich trotzdem sehr lieben. Die Kunst besteht darin, die Partnerin bzw. den Partner zu finden, die oder der gleich oder zumindest ähnlich tickt. Denn wenn man selbst hohe Erwartungen an Treue hat und sich mit einem notorischen Fremdgänger zusammentut, wird man ganz sicher niemals glücklich.